
Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
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In den Kinderheimen von Vallegranden finden Kinder ein Zuhause.
Immer mehr Menschen verlassen Bolivien in der Hoffnung, irgendwo im Ausland mehr Geld zu verdienen. Ihre Kinder lassen sie dabei bei Verwandten zurück. Oder die Geschwister bleiben gar sich selbst überlassen. Eine verfahrene Situation, die mit dazu beiträgt, dass immer mehr Jungen und Mädchen in Heimen aufgefangen werden müssen, da sie sonst auf der Straße leben.
Nicht anders ist es in Vallegrande. Hier betreiben wir als Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel bereits seit 1935 bzw. 1937 zwei Kinderheime. Diese beherbergen heute 140 junge Mädchen. "Aber sie finden hier nicht nur ein neues Zuhause. Wir vermitteln ihnen auch eine Ausbildung und einen Start ins eigene Berufsleben", betont Schwester Antonia Maria Freude. Die 71-jähige ist bereits seit 1967 in dem Land.
Und es ist nicht nur die Abwanderung, die Bolivien zu schaffen macht. Auch die politische Situation unter dem sozialistischen Präsidenten Evo Morales ist undurchsichtig: Einerseits verhilft er den Indios zu mehr Rechten, andererseits legt er sich immer wieder mit der katholischen Kirche an. Er will den Religionsunterricht verbieten und stellt sich gegen die Bischöfe. Konflikte sind damit in einem Land, das immer noch zu gut 80 Prozent katholisch ist, vorprogrammiert. Die fehlende politische Verlässlichkeit führt beispielsweise auch dazu, dass es zwar Programme zur Geburtenförderung gibt, aber keine Konzepte für eine ausreichende Ausbildung der Kinder.
"Viele Familien wissen mit ihren Kindern nicht mehr klar zu kommen und bringen sie ins Heim", weiß Schwester Antonia Maria aus Erfahrung. Damit sie wenigstens hier Verantwortung und Vertrauen erfahren, ahmen wir die familiäre Struktur in unseren Kinderheimen so gut es geht in Wohngruppen nach: Die 140 Mädchen der beiden Häuser Aniceto Solares und Santa Susana leben in Gruppen von jeweils 12 bis 13 Kindern. Sie sind zwischen fünf und 18 Jahren alt. Die Wohnungen verfügen über eine Küche, ein Ess- und ein Badezimmer sowie mehrere Schlafräume. Außerdem gibt es Aufenthaltsräume, in denen Raum zu Spiel und Beschäftigung bleibt. Betreut werden die Mädchen von insgesamt sechs Schwestern und 16 angestellten Mitarbeiterinnen.
"Wir begleiten die Kinder in jeder Hinsicht, erziehen und beraten sie", erklärt Schwester Antonia Maria den ganzheitlichen Ansatz. Viele Probleme und Fragen würden dabei nicht autoritär geregelt, sondern ausdiskutiert. Sie bilanziert: "Unser Konzept mit den Wohngruppen hat sich inzwischen sehr bewährt."
Gruppenweise erfahren die heranwachsenden Frauen bis zu ihrem 18. Lebensjahr auch eine hauswirtschaftliche Ausbildung - zum Beispiel in der Küche oder der angegliederten Näherei. "Nach bestandener Prüfung bekommen sie von uns dann eine Nähmaschine oder einen Herd geschenkt. Diese Geräte sind eine wichtige Voraussetzung, um anschließend mit den erlernten Fähigkeiten Geld zu verdienen", erläutert die deutsche Missionsschwester die Absicht. Ermöglicht werden diese Geschenke vor allem durch Spenden aus Deutschland.
Eine große Rolle nimmt in den beiden Häusern außerdem die gesundheitliche Fürsorge ein. "So haben die meisten Kinder, die zu uns kommen, noch nie eine Zahnbehandlung erfahren", sagt Schwester Antonia Maria. Und als ausgebildete Krankenschwester weiß sie sehr genau, wie sehr der Zustand der Zähne zum gesamten Wohlbefinden eines Menschen beiträgt.
Ein weiteres Problem, dem sich unsere Schwestern in Vallegrande stellen, ist die Chagas-Krankheit. Noch immer sind davon in Bolivien mehrere Millionen Menschen betroffen. Schätzungen gehen dort von einem Viertel der Bevölkerung aus. Übertragen wird der tückische Erreger durch eine Raubwanze. Er verursacht in einer ersten akuten Phase Erbrechen und Übelkeit und führt in den meisten Fällen einige Jahre später zu chronischen Herz- und Verdauungsbeschwerden. Oft führt die Krankheit zum Tod. "Bei etwa 20 unserer Mädchen liegt eine entsprechende Diagnose vor. Weitere Untersuchungen wie Leber- oder Nierenfunktionsüberprüfungen kosten viel Geld. Und die Behandlung erst recht", führt Schwester Antonia Maria aus.
Ihre Spenden tragen dazu bei, die Kinderheime auszustatten und die Ausbildung der jungen Frauen zu ermöglichen - so dass sie später auf eigenen Beinen stehen und nicht in neue Abhängigkeiten geraten. Mit 50 Euro können wir bereits drei neue, einfache Betten in unseren beiden Kinderhäusern aufstellen.
Schützen Sie mit einer Familienpatenschaft eine in Not geratene Familie und helfen Sie ihr Schritt für Schritt zur Selbstständigkeit:
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