Projekte

Mehr Würde für die Vergessenen

Sozialzentrum in Siretu/Rumänien hilft vor allem Kindern und alten Menschen

Ordensschwester mit kleinen Mädchen

"Es ist erschreckend, wie viele Kinder im Grundschulalter immer noch nicht lesen und schreiben können", sagt Claudia Ciceu. Die Sozialarbeiterin leitet das Soziale Zentrum der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel in dem rumänischen Ort Siretu. Dies dient zum einen den Kindern, die ihre Freizeit sonst auf der Straße verbringen, als Anlaufstelle. Zum anderen ist es für viele Eltern und alte Menschen eine Beratungsstelle in Krisensituationen und schwierigen Lebensfragen.

Bereits seit dem Jahr 2000 ist unsere Ordensgemeinschaft in dem Nachbarort Schineni tätig. Dort betreiben wir zwei Häuser für Straßenkinder mit jeweils zwölf Plätzen. Ende 2006 kam das Soziale Zentrum in Siretu hinzu. "Die Gemeinde übernimmt in dem mit EU-Mitteln finanzierten Gebäude die laufenden Kosten für Wasser und Strom. Wir tragen Verantwortung für die inhaltliche Arbeit", erläutert Generalassistentin Schwester Adelgundis Pastusiak. Sie ist für das Projekt des Generalats in Rumänien verantwortlich.

Die Notwendigkeit, Kindern und Jugendlichen zu helfen, ist auch in Siretu ungemein groß. "An manchen Tagen kommen bis zu 30 Kinder zu uns", berichtet Claudia Ciceu. Neben Freizeitangeboten wie Basteln und Musizieren ist vor allem die Hausaufgabenhilfe stark nachgefragt.

Kompetentes Team als Ansprechpartner

Zum Team des Sozialen Zentrums gehören darüber hinaus eine Krankenschwester, ein Ergo- und Physiotherapeut sowie eine Hauswirtschafterin und eine Hausmeisterin. Der Therapeut behandelt Kinder und Erwachsene aus Familien, die sich eine solche Behandlung sonst nie leisten kötnnen. Und die Krankenschwester fährt regelmäßig zu rund 35 alten und hilfsbedürftigen Menschen, um sie medizinisch oder pflegerisch zu betreuen. "Wenn es um Basishygiene, Essen oder soziale Probleme geht, sind wir sogar täglich bei ihnen" erläutert Claudia Ciceu die Aufgaben des ambulanten Dienstes.

Das Schicksal alter Menschen wird in Rumänien zunehmend zum Problem - vor allem in den ländlichen Regionen: Einerseits stellen sie für die eigenen Kinder oft eine große Belastung dar, andererseits gibt es kaum Versorgungsmöglichkeiten, die der Staat oder andere Organisationen bereit halten. "Der Zusammenhalt ist oft nicht mehr vorhanden", beobachtet Schwester Adelgundis. Auch der Alkoholmissbrauch nehme zu. "Viele ältere Menschen lassen sich von unseren Schwestern die Renten abholen - weil sie ihren eigenen Kindern einfach nicht mehr trauen", sagt die Generalassistentin. Die Anstrengungen unserer Schwestern sind deshalb zunächst darauf ausgerichtet, den Schwächsten zu helfen: nämlich Kindern und Senioren. Zugleich wollen sie mit der Beratung in dem Sozialen Zentrum auch die Gesamtsituation der Familien in Augenschein nehmen. Dabei geht es oft um Alkoholismus, aber auch um sexuellen Missbrauch oder Gewalt.

Verordnungen und Reglementierungen erschweren die Arbeit

Dass Rumänien inzwischen der Europäischen Gemeinschaft angehört, hat die Situation bislang eher verschärft. So erklärt Schwester Carmen Tereza Rusu, die selbst aus Rumänien stammt: "Mit den vielen Verordnungen und Reglementierungen sind die Menschen hier oft überfordert." Selbst hergestellte Milchprodukte dürfen aufgrund neuer Auflagen nicht mehr auf dem Markt verkauft werden. Sogar das Holzsammeln im Wald ist inzwischen verboten. "Und die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor hoch", erklärt Schwester Carmen Tereza. Betroffen sind davon vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Damit sind die bestehenden Probleme das logische Ergebnis einer fatalen Entwicklung.

Der wollen wir als Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel mit Hilfe und Fürsorge entgegentreten. Spenden aus Deutschland haben bereits geholfen, Material für die Freizeitangebote mit Kindern oder Rollstühle und wichtige Medikamente für die alten Menschen zu finanzieren. Ein wichtiger Beitrag, um den Menschen in dieser strukturschwachen Region wieder etwas Würde zu geben. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende Menschen in Rumänien aus ihrer manchmal ausweglos scheinenden Situation. Dabei können selbst kleine Beiträge schon viel bewirken. 100 Euro ermöglichen uns bereits den Kauf von warmen Bettdecken für vier Kinder oder eine Familie...

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