Projektpatenschaften

Unser Kinderheime in Vallegrande / Bolivien

Standort des Projektes

Mädchen mit Nähmaschine

In zwei Konventen mit zurzeit sieben Schwestern engagieren sich die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP)in der Kinder- und Jugendsozialarbeit sowie in der Gemeindepastoral von Vallegrande. Die bolivianische Provinzhauptstadt gehört zum Department Santa Cruz und liegt mit ihren über 6.000 Einwohnern auf 2040 m Höhe. Über sieben Stunden benötigt man von Santa Cruz, um die 250 km entfernte Stadt Vallegrande mit dem Überlandbus oder einem PKW zu erreichen.

Die soziale Situation

In Vallegrande herrscht ein überaus mildes Klima, das einzig durch häufigere Trockenheiten getrübt wird. Die Menschen leben hier hauptsächlich von der Landwirtschaft. Industrie gibt es so gut wie keine. Naturkatastrophen, wie Trockenheit und fehlende Alternativen zum landwirtschaftlichen Anbau, führten ab Ende der 50er Jahre zu einer vermehrten Abwanderung, hauptsächlich nach Santa Cruz und La Paz, mit dem Ergebnis, dass heute sehr viele alte Menschen und Kinder hier wohnen und leben. Durch Landflucht und andere Faktoren bedingt, sind zahlreiche Familien zerrüttet. Dadurch gibt es viele allein erziehende Mütter, die um ihr Überleben kämpfen.

Unser Projektansatz

Das Engagement der Schwestern und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vallegrande konzentriert sich auf die Verbesserung der Lebensperspektive und auf Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, insbesondere junge Frauen. Dieser Ansatz wird getragen durch das Leitmotiv "Armut durch Bildung überwinden". Konkretisiert wird dieser Ansatz insbesondere durch die Trägerschaft und Unterhaltung der zwei Kinderheime "Santa Susanna" und "Aniceto Solares". Für diese Arbeit suchen wir nach Projektpaten, die unser Projekt langfristig absichern helfen.

Das Leben in den Kinderheimen

Über 140 Mädchen im Alter von bis zu 18 Jahren finden in den zwei nahe nebeneinander liegenden Hogars (Kinderheimen) ein vorübergehendes Zuhause. Die Mehrzahl der Mädchen sind Waisen oder von ihren Eltern verlassen bzw. misshandelt worden. Unsere Heime liegen zentral gegenüber dem Marktplatz. Untergebracht sind die Mädchen in der Regel in 6-Bett-Zimmern, die mit Metallbetten und einem einfachen Schrank ausgestattet sind. Jeweils 12 bis 14 Mädchen bilden eine Wohngruppe und werden von einer Gruppenmutter betreut. Für den Freizeitbereich gibt es auf dem Gelände ein großes Basketballspielfeld.

Die Mädchen sind sehr stark in den Haushalt eingebunden. Durch den Verkauf von eigenen Strick- und Nähwaren können sich die Älteren etwas Geld verdienen. Tagsüber besuchen die Mädchen die Gemeindeschule von Vallegrande. Darüber hinaus erhalten sie im Heim eine Ausbildung in Kochen, Nähen, Sticken und Gartenbau. Seit einigen Jahren werden auch Computerkurse angeboten. Viele Mädchen leiden unter dem Verlust ihrer Eltern oder unter Misshandlungen, die sie ertragen mussten. Sie werden von einer Psychologin und Sozialarbeiterin diesbezüglich betreut. 70 % der Mädchen sind Brillenträgerinnen. Viele Kinder haben Zahnschäden durch Unterernährung. Manche Kinder leiden an "Chagas", einer sehr schweren Infektionskrankheit. Häufig sind umfangreiche Blutuntersuchungen notwendig, um den Gesundheitszustand der Kinder gezielt verbessern zu können. Das Geld für diese Untersuchungen können die Familien der Mädchen nicht aufbringen. Die Schwestern, die mit im Haus wohnen, versuchen die noch lebenden und bekannten Verwandten zu motivieren, die Mädchen einmal pro Monat zu besuchen. Manchmal gelingt es. Zwischen fünf und zehn Mädchen verlassen jedes Jahr die zwei Kinderheime. Über zehn Mädchen hoffen dann auf das frei gewordene Bett.

Der Auszug aus dem Kinderheim

Nach dem Heimaufenthalt - in der Regel im Alter von 18 Jahren - wandern die jungen Frauen häufig in die großen Städte ab, um sich eine Existenz aufzubauen. Auch wenn dieser Auszug gut vorbereitet ist, geht der Kontakt zu den Schwestern trotzdem oft verloren. Gerade Waisen, die keinerlei Kontakt zu anderen Angehörigen mehr haben, sind dann ganz auf sich allein gestellt. Als Starthilfe in die Selbstständigkeit bekommen die jungen Frauen von den Schwestern eine "Haushaltsgrundausstattung" mit auf den Weg. Eine Grundausstattung besteht dabei aus einer einfachen Bettstelle mit Matratze, einer Kochplatte und einer Nähmaschine. Zukünftig soll dieser Weg in die Selbständigkeit noch stärker begleitet und gefördert werden.

Projektpaten für den Weg in die Selbständigkeit gesucht

Um auch künftig für die Mädchen in unseren Kinderheimen da sein und uns für deren Zukunft einsetzen zu können, werden dringend Projektpaten gesucht. Deren frei wählbarer regelmäßiger Patenschaftsbeitrag soll zum einen dazu dienen, die Struktur von Erziehung und Ausbildung in den zwei Kinderheimen zu verbessern, zum anderen besonders auch dazu, neue und individuelle Angebote zur Gestaltung der Übergangsphase der älteren Mädchen zum Ende ihrer Ausbildung auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu entwickeln und umzusetzen. Hier werden derzeit kleine Verselbständigungsgruppen erprobt und nach Wegen der Umsetzung und Begleitung gesucht.

Ich will Projektpate werden!

Völlig unverbindlich und kostenlos können Sie weitere Informationen im Patenschaftsbüro der SMMP im Bergkloster Heiligenstadt anfordern oder auch sofort eine Patenschaft übernehmen. Ihre Hauptansprechpartnerin ist Schwester Adelgundis Pastusiak. Die Höhe Ihres monatlichen Patenschaftsbetrages wählen Sie selbst und auch die Zahlungsweise. Selbstverständlich erhalten Sie unaufgefordert eine Jahreszuwendungsbescheinigung für Ihre Steuererklärung. Mit einer Patenschaft gehen Sie im Übrigen keinerlei rechtliche Verpflichtung ein und können diese daher auch zu jeder Zeit kommentarlos beenden.

Bei Fragen zu Patenschaften helfen wir Ihnen gerne auch persönlich weiter.

Ansprechpartner:
Sr. Adelgundis Pastusiak
und
Winfried Meilwes

Patenschaftsbüro
Tel. 03606 673-134
E-Mail: patenschaften@smmp.de