
Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
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Seit Dezember 2005 sind die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) gemeinsam mit der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos im dem strukturschwachen, 250.000 Einwohner zählenden Stadtteil Berlin-Marzahn präsent. Ihren gemeinsamen Sitz haben sie im ehemaligen Aussiedlerheim und nun neuem Don-Bosco-Zentrum, direkt an der S-Bahn-Station Raoul-Wallenbergstraße.
Rund 100.000 Plattenbau-Wohnungen. Eine Arbeitslosenquote von fast 16 Prozent. 2.300 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Über 600 ohne Schulabschluss. Das ist Berlin-Marzahn. Viele Jugendliche bzw. junge Erwachsene leben in diesem östlichen Stadtbezirk meist allein, nicht selten ohne oder wenn, dann sehr angespannte familiäre Kontakte. Einige haben ihre Schlafstätte sogar in Obdachlosenheimen. Bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit sind viele Menschen in diesem Bezirk chancen- und perspektivlos. Konflikte kommen so schnell auf. 95 Prozent der Bevölkerung haben hier auch noch nie Kontakt mit einer der großen christlichen Kirchen gehabt.
In ihrer Arbeit konzentrieren sich die Schwestern auf die jungen Menschen, die ihren Weg in die Ausbildung oder Arbeit und eigentlich auch ins Leben noch nicht gefunden haben. Die Mitträgerschaft, Mitarbeit und Begleitung von Berufsintegrationsmaßnahmen ist dabei nur ein Projektansatz. Denn beide Orden – SMMP und die Salesianer - setzen auf den Aufbau ehrlicher, tragfähiger Beziehungen, die nicht am offiziellen Ende eines Tages oder mit Abschluss einer Maßnahme enden. So beginnen die Tage für die Jugendlichen jeden Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück, um anzukommen, im Gespräch zu sein und wahrzunehmen, wie es jedem einzelnen geht. Es geht nicht zuletzt darum, eine Regelmäßigkeit und eine Tagesstruktur für Körper und Geist zu schaffen.
Den Jugendlichen, die fast ausschließlich aus instabilen Familien kommen, soll ein Lebensraum ermöglicht werden mit greifbaren, verlässlichen Personen die das Gefühl vermitteln, dass jeder das Recht auf einen neuen Anfang hat und dass es – auch wenn es manchmal so scheinen mag – keine "hoffnungslosen Fälle" gibt.
Getragen wird die Arbeit der Schwestern und ihrer Mitarbeiter durch das Leitmotiv "Armut durch Bildung überwinden".
Konkretisiert wird dieser soziale aber auch pastorale Ansatz durch zwei sich ergänzende Projekte:
Im Jahr 2005 haben die SMMP zusammen mit den Salesianern Don Boscos und dem Berliner Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi das Projekt "Manege" aus der Taufe gehoben. In diesem Berufsqualifizierungs- und Orientierungsprojekt kümmern sich die Ordensleute mit ihren Mitarbeitern intensiv um rund 35 Jugendliche zwischen 17 und 24 Jahren. In der Regel haben diese keinen Schulabschluss und keine berufliche Ausbildung. Viele kommen aus benachteiligten Familien, weisen persönliche Defizite und Entwicklungsstörungen auf, sind noch nicht "berufsreif" oder zeigen deutliche Lern- und Sozialisationsdefizite. Viele sind verschuldet, andere haben keine Wohnung. Bei Hausbesuchen werden nicht selten schwierige Verhältnisse vorgefunden.
Zugewiesen werden die jungen Erwachsenen von dem Jobcenter des Bezirks Marzahn-Hellersdorf.
In einer zunächst 6-monatigen Maßnahme sollen die jungen Leute wieder an einen strukturierten Tagesablauf mit einer geregelten Arbeitszeit herangeführt werden. Viele von ihnen haben schon Drogenexzesse oder kleinkriminelle Karrieren hinter sich. Um ihnen eine neue Perspektive zu eröffnen, bietet "Manege" Unterstützung bei persönlichen Problemen wie Schulden, Suchtproblematik, Wohnraumgefährdung, Vorladungen bei Gericht und Polizei an. Den Jugendlichen werden durch individuelle Förderung die wichtigsten Verhaltensregeln vermittelt.
Innerhalb der Arbeitszeiten werden die jungen Männer und Frauen zu Arbeitseinsätzen eingeteilt – manchmal auch in Form von Projekten außerhalb Berlins. Sie erwerben dabei praktische Erfahrungen in den Bereichen Farbe, Holz, Metall und Hauswirtschaft.
Bei all diesen "Aktivierungshilfen" geht es aber auch um die Stärkung des Selbstwertgefühls. Um das gezielt zu fördern und erlebbar zu machen, haben sich die beiden Orden mit dem benachbarten Jugendzirkus Cabuwazi zusammen getan. Die Abkürzung steht dabei für "Chaotischer bunter Wanderzirkus". In dem Zelt, 100 Meter vor dem Don-Bosco-Zentrum, üben die jungen Männer und Frauen während der Maßnahmen zu regelmäßigen Zeiten während der Woche, angeleitet durch die Artisten, kleine Kunststücke ein, die dann zur Aufführung kommen. Diese Vorführungen vor einem größeren Publikum geben in dieser Hinsicht noch einen Extra-Schub an Selbstvertrauen und stabilisieren so die Persönlichkeit.
Bewähren sich die Jugendlichen in der Maßnahme, die nach sechs Monaten einmalig um dieselbe Zeit verlängert werden kann, bekommen sie vielleicht eine Chance auf eine Ausbildung. Denn Projektziel ist es, die Jugendlichen in ein Betriebspraktikum mit Lehrstellen- und Ausbildungsoptionen oder direkt in eine Ausbildung zu vermitteln. Anderen soll die Möglichkeit zur Erlangung des Hauptschulabschlusses ermöglicht werden.
Seit September 2008 bietet auch das Projekt selbst zwölf solcher begehrten Ausbildungsplätze an: sechs im Bereich der Hauswirtschaft, sechs für den Malerberuf. Die Leitung der Ausbildung in der Hauswirtschaft hat Schwester Maria Raphaela Benkhoff von den SMMP, früher Leiterin der Ausbildungsküche im Bergkloster Bestwig.
Während der Ausbildungsphase, ob im Projekt oder in externen Ausbildungsbetrieben, werden die Jugendlichen von der Sozialarbeiterin und Geschäftsführerin von "Manege", Schwester Margareta Kühn und ihren Mitarbeitern individuell begleitet. Sie stehen auch den Ausbildern mit Rat und Tat zur Seite.
Jüngster Spross der beiden Orden als Hilfe für die Marzahner Jugendlichen, ist seit dem Jahr 2008 das Modellprojekt "Schule auf Rädern". Dieses Projekt wird in enger Kooperation mit den zuständigen Berliner Behörden durchgeführt. Es wendet sich an interessierte junge Frauen und Männer aus Marzahn, die unter intensiver Begleitung ihren Hauptschulabschluss nachholen möchten.
Dabei verlassen die Jugendlichen ihr häufig instabiles Umfeld und fahren wochenweise mit dem Bus nach Heiligenstadt, dem Zentralsitz der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel. Hier besuchen sie die katholische Berufsbildende Schule der Ordensgemeinschaft. Eine gezielte und qualifizierte Begleitung durch die Lehrer der Schule aber auch die Einbindung in eine akzeptierende Schulgemeinschaft, erhöhen dabei die Chancen, den Schulabschluss zu schaffen. Nach dem Unterricht werden die Jugendlichen von den Sozialarbeitern des benachbarten Jugendzentrum "Villa Lampe" der Salesianer Don Boscos betreut.
Um auch künftig die Jugendsozialarbeit für benachteiligten und gefährdeten Jugendlichen in Berlin-Marzahn leisten zu können, suchen wir noch dringend Projekt-Paten und andere Förderer. Sie können uns durch einen regelmäßigen monatlichen Beitrag oder auch durch eine einmalige Spende unterstützen.
Der Projekt-Patenschaftsbeitrag soll zum einen dazu dienen, das Projekt "Manege" mit seinen Werkstatt- und anderen Nebenkosten zu finanzieren aber auch das neue Projekt "Schule auf Rädern" wirtschaftlich abzusichern. Ihr Patenschafsbeitrag gibt uns Mut und Sicherheit, unsere "Hilfe zur Selbsthilfe" in Marzahn weiter voran zu treiben.
60 Euro reichen bereits aus, um einen Jugendlichen aus dem Projekt "Manege" mit entsprechender Kleidung für die Arbeitseinsätze oder mit Büchern und Heften für die Berufsschule auszustatten.
Völlig unverbindlich und kostenlos können Sie weitere Informationen im Patenschaftsbüro der SMMP im Bergkloster Heiligenstadt anfordern oder auch sofort eine Patenschaft übernehmen. Ihre Hauptansprechpartnerin ist Schwester Adelgundis Pastusiak. Die Höhe Ihres monatlichen Patenschaftsbetrages wählen Sie selbst und auch die Zahlungsweise. Selbstverständlich erhalten Sie unaufgefordert eine Jahreszuwendungsbescheinigung für Ihre Steuererklärung. Mit einer Patenschaft gehen Sie im Übrigen keinerlei rechtliche Verpflichtung ein und können diese daher auch zu jeder Zeit kommentarlos beenden.
Ansprechpartner:
Sr. Adelgundis Pastusiak
und
Winfried Meilwes
Patenschaftsbüro
Tel. 03606 673-134
E-Mail: patenschaften@smmp.de