Familienpatenschaften

Unser Projekt in Schineni / Rumänien

Standort des Projektes

drei Kinder mit Straße

Seit August 2000 kümmern sich die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) um die Sorgen und Nöte der Straßenkinder und ihrer Familien im rumänischen Dorf Schineni. Es befindet sich nahe der moldawischen Grenze, rund 20 km von der Bezirksstadt Bacau entfernt. Das Dorf liegt - umgeben von kleinen Bergen - in einem Tal, durch das der Fluss Siret fließt. Der Ort liegt langgestreckt an einer Durchfahrtsstraße, nur hier und dort mal eine Abzweigung. Der Autoverkehr ist gering. Die meisten Fahrzeuge sind Pferdefuhrwerke. Oft sieht man Kühe und Ochsen auf der Straße - die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, auch wenn Rumänien seit Anfang 2008 zur Europäischen Union (EU) gehört. Schineni zählt zurzeit rund 1.500 Familien. Sie sind zum größten Teil Bauern. Es gibt jedoch keine großen Höfe, alles ist klein, eng und sehr arm.

Die soziale Situation

Um das Leben und die Situation der Menschen und besonders der Kinder in und um Schineni zu begreifen, ist ein Blick auf ganz Rumänien notwendig: In Rumänien leben nach EU-Daten rund 50 Prozent der Bevölkerung in großer Armut. Hier liegt belegt das Land hinter Bulgarien den zweiten Platz innerhalb der EU. Die Arbeitslosenquote in Rumänien betrug 8,1 % im ersten Quartal 2010, um 0,6 % mehr als im vorigen Quartal und um 1,2% mehr als im gleichen Quartal im Jahr 2009. Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 (Eurostat-Daten) konnten sich 19 Prozent der Bevölkerung es sich nicht leisten, wenigsten jeden zweiten Tag, Fleisch, Hühnchenfleisch oder Fisch zu essen. Die EU-Durchschnittszahl liegt bei 9 Prozent.

Eine gute Nachricht gibt es bei der Anzahl der Straßenkinder. Nach UNICEF-Rumänien ist die Zahl der Strassenkinder von geschätzten 3.200 im Jahr 2000 auf ca. 1.900 im Jahre 2003 gefallen. Tendenz weiter fallend. Andere Zahlen wiederum sind jedoch immer noch alamierend: Die AP Studie 2008 von UNICEF Rumänien zeigt, dass 73 % der rumänischen Eltern ihre Kinder körperlich misshandeln. Mehr als 1 Million rumänischer Kinder lebt in Armut. 350.000 davon in extremer Armut. Armut unter Roma-Kindern ist drei Mal höher als unter den Kindern der Mehrheitsbevölkerung. Im Jahr 2006 lebten 27.000 rumänische Kinder nicht in elterlicher Obhut, sondern in Institutionen oder anderen von Staat anerkannten Einrichtungen, wie zum Beispiel denen der SMMP.

Ab auch heute gibt es, noch die Strassenkinder, auch wenn die Anzahl gesunken ist. Viele leben dauernd auf der Straße und haben jeglichen Kontakt zu ihren Familien verloren. Sie müssen betteln und stehlen um zu überleben. Auch heute trifft man noch vereinzelt auf Kinder, die nachts auf einem Wärmeluftschacht oder Kanaldeckel schlafen. Besonders schlimm ist es, wenn der eisige Winter über die rumänischen Städte und Dörfer hereinbricht. Einige Kinder gehen dann für kurze Zeit nach Hause, doch wer von den eigenen Eltern geschlagen wird, rennt wieder weg. Viele Kinder werden auch von ihren Eltern auf die Straße geschickt, denn immer mehr rumänische Familien leben am Existenzminimum. Diese Kinder müssen betteln oder sie waschen an Staßenkreuzungen die Windschutzscheiben von Autos. Andere schlagen sich als Kriminelle durch. Diese Entwicklung hat auch vor dem Dorf Schineni und seiner Umgebung nicht Halt gemacht. Die Situation ähnelt der vieler anderer Orte Rumäniens: Verwahrloste Kinder auf den Straßen, hohe Arbeitslosigkeit, Familien, die am Rande des Existenzminimums leben usw. In den letzten Jahren kommt noch verstärkt hinzu, dass viele junge Erwachsene - vor allem Männer - aus den Dörfern in die reicheren Nachbarländer ziehen um Geld für ihre Familien zu verdienen. Man kann hier eine neue Form der Landflucht feststellen.

Unser Projektansatz

Die sechs Schwestern des Konvents und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzentrieren sich auf die Verbesserung der konkreten Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße leben oder in besonders von Armut betroffenen Familien. Auch sehr armen alten und kranken Menschen wird neuerdings Hilfe angeboten. Außerdem geben die Schwestern den Menschen und Familien des ländlich strukturierten Raumes Unterstützung und Begegnungsmöglichkeiten. Konkretisiert wird dieser Projektansatz im Alltag durch: die Unterhaltung von zwei kleinen und überschaubaren Kinderhäusern; die Bereitstellung und Leitung eines Treffpunktes für Kinder und Jugendliche des Dorfes und der Straße; die Leitung und den Betrieb eines sozialen Zentrums im Nachbardorf Siretu als erste Anlaufstelle für in Not geratene Kinder, Jugendliche und alte Menschen; die Sicherung und Stärkung familiärer Strukturen durch die Vermittlung von Familienpatenschaften.

Familienpatenschaften als Strohhalm

Um junge Familien, aber auch unmittelbar Not leidende Familien mittel- und langfristig in die Lage zu versetzen, ihr Leben menschenwürdig und ohne fremde Hilfe von außen zu gestalten und ihnen bei der Steigerung ihrer geringen Einkünfte zu helfen, bemühen sich die Schwestern seit dem Jahr 2004, Familienpatenschaften von in der Regel monatlich 30 Euro zu vermitteln. Durch diese Patenschaften soll die Unterstützung für beide Seiten ein Gesicht bekommen. Eine Familienpatenschaft in Schineni und seinen Nachbardörfern soll die persönliche Form der Hilfe mit der Förderung eines Projektes für eine bestimmte Region verbinden. Familien sollen in ihrem Umfeld zunächst stabilisiert und im nächsten Schritt langfristig von fremder Hilfe unabhängig werden. Gerade die vielen Kinder profitieren von den Patenschaften, wie uns die ersten Jahre bereits gezeigt haben. Denn Kinder brauchen eine Familie. Sie brauchen Eltern, die ihnen eine gesunde und vor allem ausreichende Ernährung, aber auch den regelmäßigen Schulbesuch finanzieren und gewährleisten können. Auch die medizinische Grundversorgung kann dadurch abgesichert werden. Jede geförderte Familie wird von unseren Schwestern vor Ort begleitet. So können wir garantieren, dass die Hilfe unmittelbar ankommt und gezielt wirken kann. Dabei achten wir darauf, dass die Familien nicht aus ihrer Verantwortung für das eigene Leben entlassen werden. Denn Familienpatenschaften haben für uns eine unterstützende Funktion.

Ich will Familienpate werden!

Völlig unverbindlich und kostenlos können Sie eine Familienpatenschaftsmappe anfordern.

Sie erhalten

  • eine Beschreibung des Projektes und der Lebenssituation einer konkreten Familie
  • Informationen zu allen weiteren inhaltlichen sowie organisatorischen Fragen rund um die Patenschaftsaktion.

Entscheiden Sie sich dann für die von uns vorgeschlagene Familie, erhalten Sie eine Patenschaftsurkunde als Bestätigung. Mit einer Patenschaft gehen Sie im Übrigen keinerlei rechtliche Verpflichtung ein und können diese daher auch zu jeder Zeit kommentarlos beenden.

Bei Fragen zu Patenschaften helfen wir Ihnen gerne auch persönlich weiter.

Ansprechpartner:
Sr. Adelgundis Pastusiak
und
Winfried Meilwes

Patenschaftsbüro
Tel. 03606 673-134
E-Mail: patenschaften@smmp.de